Annett Doreen Ulrich: Kreationen und Emotionen
Ein Künstler malt nach seiner Sehnsucht das Bild seines Wunsches, und damit sich. Er bemüht sich dann, diesen Teint des Seins tatsächlich zu besitzen, ihn wahr sein zu lassen.
Viele Künstler sind deshalb so schön, weil sie über lange Zeit versuchen die Generationen der Schönheit zu zähmen, sie in Farbe und Form zu tauchen und festzuhalten und damit nicht zuletzt sie zu erhalten.
Braune, blaue, grüne Augen, groß, sanft, entsetzt, Münder in Strenge und Freude, spitze und lange wie kurze Nasen, Bärte und Haarlosigkeit, Stöckelschuhe, Mieder, große und kleine Hüte, gepuffte und flache Ärmel, kurze oder lange Röcke, Hosen mit und ohne Schlag, Blusen mit Rüschen und Knöpfe in allen Formen und Farben zeigen uns, unter unendlich vielen Möglichkeiten, die Liebe zur Vielfalt unseres Lebens. Eine Gewandbewegung vom Minus ins Plus, und zurück. Kurz ist in, bis es vom Lang abgelöst wird. Genähtes wird gestreckt ins Plastische und mehr.
Wir dürfen uns nicht täuschen und dem Irrglauben verfallen, nur weil es scheinbar mit einfachen Nadeln gespickt, einfacher ist, als mit tausend Stichen und Fäden befestigt
Manches Kleid des Lebens klingt vielleicht wie eine Zeitersparnis, kurz und gut und einfach, doch ist es zuletzt ein verwobenes Netz an Wichtigkeiten, fest und standhaft bist zuletzt. Ein Fundament aus Nichtigkeiten.
Dieses „Gewand“ musste schließlich jeden Tag neu kreiert werden, aus dem Nichts, brauchte einen großen Teil an nichtiger Arbeit von vielen Stunden, Tagen, Wochen; Monden und mehr, die nur von den treusten Spezialisten in uns, nur von denen aus unserer Sklavenabteilung verrichtet werden konnte, jenen die ihr Handwerk wahrlich verstehen. Stimmts:-)
Wir kennen es alle: Das Maß an Angst vor der Geburt neuer Kreationen der Vielfalt.
Wie werden wohl die Wehen dieser neuen Kleidergeburt diesmal sein, wie werden sie ausgehen und ablaufen?
Vielleicht fragen wir uns: Wirken wir in Sportkleidern fitter, ökonomischer, oder in Businesskleidern vornehmer und in elastischen Golfkleidern mentaler, als in einheitlich gewebten, allgemeinen Trachten?
Gibt es den Schutzgott des Anziehens? Ihn, auf den wir unsere oft verzweifelten Stoßgebete loslassen? Gibt es nahtloses, schlichtes, einfaches – überhaupt einheitlich Gewebtes?
Ja und Nein, will sagen, JA, weil wir uns dem Harem von Glaubensätzen einer Kleiderordnung unterwerfen gewohnt zu sein scheinen.
NEIN, weil das Leben eine wechselnde, saisonale Modeschau ist, eine Lust der Sinne, die wir wieder mehr wahrnehmen sollten, vielleicht als eine Art Talisman entgegen aller bösen Blicke des Alltags.
Liebe Grüße und eine tolle Restwoche
Eure Dee
(Annett Doreen Ulrich, Original bei Xing)
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